Mit dem Fahrrad zum Elbrus, Juni 2005

Start am Kahlen Asten
Start am Kahlen Asten
Schattenspiele
Schattenspiele
Parlament Budapest
Parlament Budapest
Camp Pastukhov Rocks
Camp Pastukhov Rocks
Aufstieg
Aufstieg
Traumstart
Traumstart
Peters Blick von der Kante
Peters Blick von der Kante
Während des Flugs
Während des Flugs
Bergwelt
Bergwelt

Jürgen Niggemann und Peter Kramers Elbrus-Tour im Juni 2005.

Auf dem Rad zum Elbrus

Und wieder sind wir unterwegs. Diesmal geht es in den Kaukasus zum Elbrus. Mit 5642 m ist er der höchste Berg Europas. Für ihn haben wir uns etwas Besonderes ausgedacht. Die ersten 2500 km werden wir nämlich mit dem Bike zurücklegen.
Der Start erfolgt am 10.06.2005 um 13.50 Uhr am Kahlen Asten, dem höchsten Berg NRWs. Mit im Team sind Uppu (Josef Gruß) auch Winterberg und Cico (Christof Lange) aus Züschen. Beide absolute Bikefreaks.
Am ersten Tag kommen wir bis Queck, kurz vor Fulda und am zweiten Tag in wir schon in Forchheim bei Erlangen. Diese beiden Nächte verbringen wir im zelt. Der 3. Tag bringt uns über Kehlheim wo wir in der Schneiderbrauerei ein paar Weizen zu uns nehmen, bis nach Ringarm in der Nähe von Straubing. Hier gönnen wir uns eine Nacht im Gasthof Ebner. Montag den 13.06. geht es von Vilzhofen über Passau und Linz bis kurz vor Melk wo wir im Gasthof Gruber wegen starkem Gewitters übernachten.

Unsere Taktik, dass immer 2 Mann radeln und 2 Mann Bulli fahren haben wir geändert. Morgens fährt einer die erste Etappe ca 70-80 km, dann ein 2-Mann Team eine Strecke von 110-130 km und zum Schluss noch der Letzte 70-80 km. Somit schaffen wir mindestens 250 km am Tag und können unser Ziel dann auch pünktlich erreichen.
Am Dienstag fährt Peter bis kurz vor Wien, dann fahren Uppu und Cico durch Wien bis Kittsee und ich über die slowakische und ungarische Grenze bis Level. Mittwoch geht es bis Budapest, wo wir am Donnerstag einen halben Tag für Sightseeing opfern und anschließend noch bis Szeged radeln und uns abends die ungarische Küche schmecken lassen.
Von Szeged aus geht’s nach Arad in Rumänien. Dort treffen wir uns mit Croco, einen einheimischen Gleitschirmflieger. Mit ihm geht’s abends „ um die Häuser“ und am nächsten morgen zum Fliegen. Nach einem tollen Flug fahren wir noch bis Simeria welches am Fuße der Karpaten liegt.

Heute fängt wohl für alle der schönste Teil der Tour an, denn es geht in die Berge. Endlich Schluss mit der Flachlandstrampelei. Unser Weg führt uns durch tiefe, lange Schluchten, über kahle Berge mit grandiosem Ausblick und an großen Seen vorbei. Wir fahren riesige Umwege nur um die wunderbare Landschaft zu genießen. Das Schloss Dracula in Bran ist eines von vielen Sehenswürdigkeiten die wir bis zum Dienstag im vorbeiradeln mitnehmen. Dann haben wir am Mittwoch noch eine Flachetappe die uns zu unserem Zielort Constanza am Schwarzen Meer bringt. Nach 2500 km können wir uns endlich in die Fluten stürzen. Leider ist das auch für Cico und Uppu das Ende der Reise und sie fahren am nächsten Tag wieder zurück nach Winterberg. Peter und ich setzen unsere Reise mit dem Flieger Richtung Moskau fort, wo für uns Teil 2, und somit ein neues Abenteuer, der Tour beginnt.
Dort am Moskauer Flughafen treffen wir auf unser zweites Team.
Martina Gruß ( Uppu´s Frau) und Dirk Engemann, beide aus Winterberg, dann Jörg Schnorbus aus Berlin und Dennis Stange aus Wuppertal. Mit Ihnen geht es weiter über Mineralyne Vody nach Asau am Fuße des Elbrus. Hier quartieren wir uns für 25€ die Nacht in einem nagelneuen Hotel ein. Anschließend machen wir noch eine kleine aber sehr steile Bergwanderung.

Ankunft und Abflug am Elbrus

Am Sonntag fahren wir mit einer Gondel und anschließend mit einem Sessellift (in beide würde in Deutschland kein Mensch einsteigen) bis auf 3800m auf den Elbrus.
Hier laufen wir ein bisschen rum und mieten uns einen alten Öltank. Diese Tanks sind als Schlafräume für 6 Personen mit Kochecke ausgebaut und haben sogar eine Stromheizung.

Zur Akklimatisierung steigen wir ein paar Meter den Berg hinauf und danach bis zur Gondel auf 3500m ab. Am nächsten Morgen geht es nach ein paar Besorgungen wieder mit der Mir (so heißt die Gondel) wieder nach oben. Peter, Dennis und ich steigen die letzten 300 Höhenmeter zu Fuß auf während der Rest der Truppe wieder den Lift nimmt.

Dirk hat im Hotel noch Essen besorgt, und so gab es abends Hähnchenfleisch mit Kartoffeln und Salat. Was für ein Luxus. Danach geht’s ans Eisschmelzen, denn trinken ist in dieser Höhe das Wichtigste überhaupt.

Am Dienstag gehen wir an der Priujt hut bis auf 4200 m, wo wir 2 von unseren Zelten aufstellen. Um 14.30 Uhr sind wir wieder an den Barrel Huts (Name des Basislagers). Jörg geht es sehr schlecht und am nächsten Morgen als wir aufbrechen, fährt er runter ins Hotel.
Der Rest der Truppe geht zu den Zelten und baut noch ein Drittes auf. Ich schnappe mir unsere zwei Gleitschirme und bringe sie zum Pastukov Felsen auf 4700 m. In der Nacht wollen wir zum Gipfel aufbrechen. Trotz Arnes Wettervorhersage per Email-Donnerstag Schnee, Freitag super! In der Nacht geht Peter aus dem Zelt und stellt fest das es keinen Zweck hat, denn es schneit wie verrückt. Am Morgen müssen wir Martina und Dirk aus ihrem Zelt freischaufeln.

Martina geht es schlecht und ihr ist fürchterlich kalt und so gehen Dirk, Dennis und sie wieder runter. Sie wollen sich in der nächsten Nacht mit der Pistenwalze zu unserem Lager bringen lassen. Peter und ich hingegen steigen zum Pastukov Rock auf, von wo wir vor dem Schlafen gehen noch einen herrliches Ausblick genießen.

Freitag 01.07. Gipfeltag

Um 3 Uhr aufstehen! Martina. Dirk und Dennis wollten um 4 Uhr losfahren. Peter und ich starten um 4.30 Uhr, weil von den anderen noch nichts zu sehen ist. Doch kurz nach unserem Aufbruch kommen sie am Lager an. Es geht die ersten 300 Höhenmeter einen 45° steilen Hang gerade nach oben und dann wird nach links zum Sattel gequert. Es ist saukalt aber dafür gibt es einen gigantischen Sonnenaufgang.
Ich bin um 8.30 Uhr im Sattel und von hier geht es sehr steil zum Westgipfel. Ohne Steigeisen hat man hier keine Chance. Der Rucksack mit dem Gleitschirm macht mir schwer zu schaffen. Wenn man den Steilhang geschafft hat geht es relativ flach über das Gipfelplateau hinweg. Und als ich den Gipfel im herrlichsten Sonnenschein vor mir auftauchen sehe, schießen mir die Tränen in die Augen und es gibt kein Halten mehr. Um 11:10 Uhr stehe ich überglücklich am Gipfel. Anschließend kommen erst Dirk, dann Martina und Dennis und zum Schluss Peter, denn er hatte Probleme mit dem Darm und musste noch den zweiten Schirm schleppen, an. Gegen 13:00 Uhr mache ich mich startklar. Aber nach einem guten Start bricht mein Sitzbrett und ich lande wieder ein. Peter hingegen hatte einen tollen Flug und ist der Erste der unserem Wissen nach vom Westgipfel geflogen ist. Wir anderen machen uns an den Abstieg und sind am späten Nachmittag wieder im Basislager und am nächsten Morgen wieder im Hotel.
Es war wieder mal ein unvergessliches Abenteuer.

Vielen Dank an alle die uns begleitet haben und vor allem an unsere Sponsoren.

Sponsoren

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