Kilimandscharo 2004

Der Flug
Der Flug
Gecko
Gecko
Peter
Peter
Der Weg
Der Weg
Nebelwald
Nebelwald
Blick nach unten
Blick nach unten
Lavatower
Lavatower
Jürgen
Jürgen
Höhencamp
Höhencamp
Jürgen und Peter
Uhurupeak

Besteigung des Kilimanjaro

Ostafrika 2004

Endlich ist es soweit, wir sitzen im Flieger nach Nairobi (Kenia). Die letzen Tage waren sehr stressig was die Vorbereitungen anbetraf, doch das ist jetzt vorbei und wir freuen uns auf 3 Wochen Afrika und vor allem auf den Kilimandscharo. Mit 6895m ist er der höchste Berg Afrika`s und somit unser erster Summit.

Nach der Landung in Nairobi trennen sich unsere Wege, da Peter mit dem Flieger weiter reist und ich den Bus nehmen will. Peter hatte den Flug von Deutschland aus gebucht, da sich bei mir erst in letzter Minute rausstellte, das ich doch noch mitfahren konnte.

Nach einer schönen Busfahrt, die allerdings nur bis Arusha ging, und einer aufreibenden Taxifahrt, (dieser kleine Gangster wollte auf einmal statt vereinbarter 15 Dollar 100 Dollar für die Fahrt, man einigt sich auf 50 $) treffe ich Peter um 21.00 Uhr in Moshi vor der Polizeistation. Von dort geht es ins Kindoroko Hotel, welches uns Peters Taxifahrer empfiehlt.

Am nächsten Tag buchen wir nach einigen Preisvergleichen bei KCB (Kilimanjaro Crown Birds) eine 6 Tage Pauschaltour auf den Kili. Anders kommt man auf diesen Berg nicht rauf.

Wieder im Hotel lernen wir ein Pärchen aus Essen und später am Abend noch 3 Deutsche kennen, die es leider alle nicht auf den Kili geschafft haben. Nach einem sehr leckeren Essen, welches sogar in einem Tansania Führer erwähnt wird und ein paar Bierchen sind wir heute Abend früh verschwunden.

Es ist Freitag der 16te und wir werden um 9.00 Uhr von einem KCB Mitarbeiter abgeholt und ins Key`s Hotel gebracht, das etwas außerhalb von Arusha liegt und Ausgangspunkt von KCB Expeditionen ist. Dort treffen wir auf eine Gruppe von 7 Männern und einer Frau aus Erlangen die dasselbe Ziel wie wir vor sich haben und die wir wohl die nächsten Tage in unserer Nähe haben werden. Den Nachmittag verbringen wir mit Rucksäcke packen und relaxen.

Am Samstag geht es nach einem deftigen Frühstück Richtung Moshi zum KCB Büro, wo wir unterwegs noch einen jungen Burschen namens Dennis abholen der auch auf den Kilimanjaro will und wohl zu unserer Gruppe gehört.
Jetzt sind wir schon zu dritt und Gott sei Dank bleibt es auch dabei. Nachdem wir bei KCB unsere übrigen Sachen abgegeben haben geht’s weiter zum Machame Gate, von wo unsere eigentliche Tour startet. Unglaublich was hier für Menschen sind. Wollen die etwa alle auf den Gipfel? Man wird sehen!

Um 13.10 Uhr geht’s los. Jetzt beginnt unser Abenteuer, oder sind wir schon mitten drin? Der Weg ist gut ausgebaut und ohne Hindernisse, was bei meiner ersten Kilibesteigung 1988 auf der Umbwe Route bei weiten nicht der Fall war. Aber das macht die Sache leichter und wir können die Natur -hier ist es tiefster Dschungel-, genießen.

Gegen 17.20 Uhr sind wir am Machame Hut auf 3000 m unserem ersten Etappenziel. Wir werden sehr gut von unserer Crew versorgt, was heißt das die Zelte aufgebaut sind, es Tee und Popcorn als kleinen Snack gib und das Abendessen, bestehend aus Reis, Kartoffeln, Rindfleisch und Gemüse, sehr lecker ist.

Während der Nacht mache ich kein Auge zu und bin froh als um 6.30 Uhr jemand ans Zelt klopft und ruft:“ Breakfast is ready“. Nach einem guten Frühstück machen wir uns um 8.30 Uhr auf den Weg Richtung „ Shira Plateau“, welches sich auf 3800 m befindet.
Unser Weg hat sich auch verändert. Schmale, glitschige Pfade führen uns durch den Nebelwald. Dieser besteht aus kleine Bäumen mit Flechten statt Blättern an den Ästen. Das Wetter meint es heute besonders gut mit uns, denn die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel und es ist angenehm warm. Nach und nach verändert sich die Landschaft. Die Bäume verschwinden und wir wandern durch eine von Moosen und Flechten überzogene Gerölllandschaft mit endlichen Bächen und kleinen Wasserfällen.

Es ist ein wunderschöner Blick von hier oben über den endlos erscheinenden Dschungel. Gegen Mittag sind wir am Tagesziel angekommen und kriegen gerade noch unsere Zelte aufgebaut, da fängt es auch schon an zu regnen. Glück gehabt, denn so brauchen wir uns keinen Kopf zu machen wie wir unsere Sachen wieder trocken kriegen.

2 Stunden später hat der Regen aufgehört und nach ein paar Tassen Tee, trinken ist das A und O in dieser Höhe, fangen wir Drei an Boules mit Steinen zu spielen. Wir fühlen uns hier auf 3800m noch recht fit und so nach und nach kommen immer mehr Träger hinzu die dann mitspielen. Es wird ein recht kurzlebiger Nachmittag mit viel Spaß aber einer wieder mal nicht enden wollenden Nacht.

Heute, es ist Montag der 19.01. geht es nach einem guten Frühstück, das mit einer Lariam Tablette (gegen Malaria) verlängert wird zum Lava Tower bis auf 4600m und von dort wieder runter auf 4000m zum Barranco Camp. Diese Tour gilt ausschließlich der Akklimatisation und führt nur über mal mehr und mal weniger steile Geröllfelder und ist daher nicht einfach zu gehen. Nach 4 Stunden haben wir den Lava Tower erreicht, einen cirka 50m hohen Felsbrocken, in dessen Schatten wir unser Lunchpaket verzehren.

Da man sich mittlerweile oberhalb der Schneegrenze befindet ist es hier recht Frisch und wir begeben uns bald an den Abstieg. Dieser ist sehr beschwerlich, da wir uns über riesige Lavafelder ohne irgendwelche Pfade quälen müssen und wer hier nicht aufpasst hat sich schnell mal den Knöchel verstaucht oder schlimmeres. Vom Tal her ziehen Wolken auf und wir gehen so schnell es die Umgebung zulässt und schaffen es gerade noch vor den Regen im Zelt zu sein. Somit sind wir die Einzigen die heute nicht nass werden. Als sich um 17.00 Uhr der Regen verzieht sehen wir in Norden eine riesige Wand, die Barranco Wand und Babuthi unser Guide sagt uns, das wir am nächsten Tag da hinauf müssten. Auch in dieser Nacht bleibe ich ohne Schlaf.

Am anderen Morgen ist ein bisschen Eile geboten, da wir nicht zu spät an der Wand sein wollen um nicht in unnötigen Staus (wie sie bei solchen Menschenmassen unweigerlich auftreten müssen) hängen zu bleiben. Zuerst müssen wir in ein Tal absteigen um an den Fuß der Wand zu gelangen. Dort angekommen bereitet sich uns ein überwältigender, aber nicht unüberwindbarer Anblick. Es ist so steil, das uns unsere Stöcke mehr behindern als uns zu nützen. Da wir uns meistens schon mit beiden Händen behelfen müssen.

Oben angekommen haben wir wieder einen tollen Ausblick über unser altes Lager und im Hintergrund das Lager der Umbwe Route. Viele sind noch gar nicht aufgebrochen, da sie z.B. eine 7 Tage Tour geplant haben und heute nur eine kurze Etappe zurücklegen müssen. Meine beiden Kameraden und ich haben heute aber noch einen harten Weg vor uns, der uns in einer Höhe von ungefähr 4300m um den halben Berg herum führt.

Wir bewegen uns auf einem 35°-45° Grad geneigtem Hang, der mit einigen Geröllmoränen von cirka 50m Höhe durchzogen ist, und die es zu überwinden gilt. Nach 4,40 Stunden sind wir dann im Mweka Camp auf 4650m angekommen, was uns sehr optimistisch stimmt, da unser Guide meinte für diese Strecke rechnet man normalerweise 6-7 Stunden. Auch waren wir so schnell das wir heute sogar auf unsere Porters warten müssen, damit wir die Zelte aufbauen können, welches sich bei dem Wind der hier oben herrscht als nicht ganz so einfach herausstellt. Nach ein paar Litern Tee, wie gesagt, das Trinken ist in dieser Höhen das Wichtigste, sind wir um 18.00 Uhr im Zelt verschwunden, denn um Mitternacht geht’s zum Gipfel.

An Schlaf ist in dieser Nacht sowieso nicht zu denken, da man das Gefühl hat es würden draußen ein paar Männer das Zelt mit Teppichklopfern bearbeiten. So bin ich dann auch froh als wir um 23.30 aufgefordert werden uns fertig zu machen.

0.05 Uhr sind wir nach ein paar Keksen und ein paar Tassen Tee startklar und beginnen im Schein unserer Stirnlampen den Gipfelsturm. Es ist bitter kalt und sehr windig, doch wir sind gut gelaunt und voller Zuversicht.

Es geht in nicht enden wollenden Serpentinen steil nach oben dem Gipfel entgegen. Das Atmen fällt schwer und die Beine müssen gezwungen werden sich zu bewegen. Außer uns sind noch 5 Teams unterwegs, was man gut an den Stirnlampen erkennen kann. Dennis fragt alle naselang unseren Guide Babuthi, der bei diesen Strapazen noch vor sich hin singt, wie weit es noch ist, und dieser gibt immer dieselbe Antwort:“ Five Minutes!“

Um genau 5.00 Uhr sind wir am Kraterrand, dem so genannten Gillmans Point. Hier zählt der Berg als bestiegen, doch wir wollen zum Uhuru Peak, dem eigentlichen Gipfel, und so gehen wir nach einer kurzen Pause (in der wir Dennis überreden durchzuhalten) weiter. Du machst in dieser Höhe 20 Schritte und dann eine Pause in der du schnaufst wie eine Lokomotive und die Augen fallen einen für Sekunden zu, bevor man sich selbst wieder vorantreibt. Der Weg zieht sich wie Gummi, doch als ich das Gipfelkreuz erblicke, gibt es kein Halten mehr, und die Füße entwickeln ein Eigenleben und nähern sich Schritt für Schritt dem Gipfel.

Endlich ist es geschafft: du stehst am Gipfel! Ein Punkt nur, aber du bist überglücklich, ihn erreicht zu haben, und vor Freude schießen dir die Tränen in die Augen. Jetzt stehst du hier, und alles ist vergessen: die Alltagssorgen, der Stress, das harte Training und dass dein Wasser in der Flasche eingefroren ist, einfach alles. Du stehst an diesem Punkt und bist einfach nur überglücklich, ihn erreicht zu haben. Nun weißt du um die Bedeutung der Worte: "Der Weg ist das Ziel!"

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